Die Montierung

Wie die Welt sich dreht

Die Montierung ist doch nicht so wichtig, oder?

 

Die Antwort auf diese Frage lautet ganz klar, Nein! Denn ein weiterer wichtiger Aspekt, dem oft keine Beachtung geschenkt wird, ist die Montierung für das Teleskop. Nicht nur, dass eine gewisse Stabilität gegeben sein muss, es gibt auch unterschiedliche Typen, die je nach Vorhaben ihr Einsatzgebiet haben. Im folgenden Beitrag erfahren Sie worauf Sie achten müssen, um ungestört die Sterne beobachten zu können.

Azimutale Montierung  vs. parallaktische Montierung

Bevor wir verstehen können, wie welche Montierung aufgebaut ist, müssen wir erst verstehen, wie sich unsere Erde im Weltraum bewegt. Bekannterweise steht unsere Erde nicht exakt senkrecht im Weltraum, sondern ist um ca. 24° geneigt. Dieser Neigung verdanken wir unsere Jahreszeiten. Ebenso besitzt die Erde eine Eigenrotation von West nach Ost. Wenn wir annehmen, dass unser Sternenhimmel auch eine Kugel ist, die sich um unseren Planeten spannt, dreht sich diese Kugel genau entgegengesetzt, nämlich von Ost nach West.

 

So weit, so gut. Würden wir jetzt am Nordpol stehen und einen Planeten betrachten, wäre dies sehr bequem, da wir uns auf derselben Achsenebene wie die Erde befinden. Der Planet würde in unserem Teleskop einfach nur von links nach rechts wandern, ohne dass wir die horizontale Ebene verstellen müssten.

 

Da es uns aber auf dem Nordpol viel zu kalt ist und wir uns dann doch lieber in wärmeren Gefilden aufhalten, verändert sich nun der Blickwinkel auf denselben Planeten, den wir beobachten wollen. Denn jetzt befinden wir uns nicht mehr auf derselben Achse wie die der Erde, sondern um einen bestimmten Winkel geneigt.

Das beobachtete Objekt wandert jetzt nun nicht mehr nur von links nach rechts, sondern auch noch von unten nach oben.

Und genau dieses Phänomen tritt bei einer azimutalen Montierung auf. Bei dieser Art müssen ständig zwei Achsen korrigiert werden, um das gewünschte Objekt im Fokus zu behalten. Das macht es gerade für die Astrofotografie unmöglich, scharfe und damit brauchbare Bilder zu erzeugen. Ein weiterer Nachteil ist auch die auftretende Bildfeldrotation. Das heißt, dass sich im Laufe des Beobachtungsabends das Abbild des Objektes in sich dreht.

Bilddrehung 1
Bilddrehung 2
Bilddrehung 3
Bilddrehung 4

Was ist jetzt aber der Unterschied zur parallaktischen Montierung?

 

Das Raffinerte bei dieser Art der Montierung ist, dass das Teleskop mittels der Rektaszensionsachse exakt auf den Polarstern und somit auch parallel zur Erdachse ausgerichtet wird. Als Resultat bewegt sich jetzt das Objekt wieder nur von links nach rechts. Dabei können zwei Arten unterschieden werden.

  • deutsche Montierung
  • Gebelmontierung

Vom Prinzip funktionieren beide gleich, sie sehen nur unterschiedlich aus.

Jetzt werden Sie sich fragen, warum es nicht nur solche Montierungen gibt. Der Grund ist recht simpel. Der Aufbau gestaltet sich doch etwas aufwendiger als bei den azimutalen und gerade das exakte Einstellen auf den Polarstern könnte gerade einen Anfänger überfordern. Sollten Sie nicht vorhaben gleich in die Astrofotografie einzusteigen, sondern einfach nur fürs erste Mal den Beobachter spielen, ist es völlig in Ordnung, sich zu Beginn ein azimutales Mount zu kaufen und erst später auf eine parallaktische Montierung zu wechseln.

 

Da gibt es doch auch diese GoTo- Montierungen von denen alle reden.

 

Die Antwort auf diese Frage ist relativ simpel. Eine GoTo- Montierung ist nichts anderes als eine vollautomatische Steuerung für ihr Mount. Das heißt zu Beginn muss das Teleskop auf zwei bis drei Sterne kalibriert werden. Danach brauchen Sie nur mehr das gewünschte Objekt in die Fernbedienung eingeben und das Teleskop wird es für Sie automatisch ansteuern und ins Blickfeld holen. Nicht nur die automatische Suchfunktion ist sehr praktisch, sondern auch die automatische Nachführung des Objekts, welches besonders für die Astrofotografen unter Ihnen, essentiell ist.

Natürlich hat so ein Komfort auch seinen Preis, denn meistens sind diese Steuerungen nicht ganz billig. Wenn Ihnen gerade am Anfang eine solche Investition zu teuer ist, ist das auch kein Problem, denn oft können Montierungen bekannter Hersteller mit Marken eigenen Systemen nachgerüstet werden.

 

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Erfahren Sie welche Teleskope es gibt und worauf man beim Kauf achten muss.

 

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